Die Bundeswasserbauverwaltung in Tirol lässt derzeit für den Inn, die Rosanna-Trisanna-Sanna, die Ötztaler Ache, die Sill und den Ziller, Abschnitte der Brandenberger und Brixentaler Ache Abflussuntersuchungen durchführen.
Ziel dieser Abflussuntersuchungen ist die Darstellung des Ist-Zustands bezüglich der Hochwassergefährdung durch Ausweisung von Hochwasserabflussbereiche für ein 30-jährliches, 100-jährliches und 300-jährliches Hochwasserereignis einschließlich einer Risiko- und Restrisikobetrachtung bis zu einem HQ300. Auf Basis dieser Abflussuntersuchungen sollen Gefahrenzonenpläne für gefährdete Siedlungsbereiche erstellt und Maßnahmenkonzepte für den Schutz vor Hochwassergefahren erarbeitet werden. Die Palette der möglichen Schutzmaßnahmen reicht dabei von der Anpassung bestehender hochwasserrelevanter Anlagen - wie Dämme und Brücken - über ökologische Hochwasserschutzmaßnahmen entlang des Innufers bis hin zur Schaffung natürlicher Überflutungs-, Hochwasserabfluss- und Rückhalteflächen.
Im Rahmen der Abflussuntersuchungen werden sämtliche Flussprofile (siehe Foto) vermessen, sowie bestehende Brücken und Durchlässe aufgenommen. Diese Aufnahmen dienen zusammen mit den Laserscandaten (Darstellung) als Grundlage für die Erstellung eines homogenen digitalen Höhenmodells (DHM), die neben den hydraulischen Grundlagen (hydrologischer Längenschnitt, Wellendauern und –formen) die Basis der eigentlichen Abflussuntersuchung darstellen.
Die eigentliche Abflussuntersuchung umfasst eine hydrodynamische 2-D-Strömungsmodellierung zur Ermittlung der Hochwasseranschlaglinien für ein 30-jährliches (HQ30), 100-jährliches (HQ100) und 300-jährliches (HQ300) Hochwasserereignis mittels einer stationären Berechnung. Ergänzend dazu wird eine instationäre Modellierung des Hochwasserwellenablaufes zur Abschätzung der Abfluss- und Rückhaltewirkung der Teilräume des Überflutungsgebietes durchgeführt.
Projektstart: März 2009
Erste Ergebnisse: September 2010
Koordination: SG Schutzwasserwirtschaft und Gewässerökologie
Finanzierung der Gesamtkosten von rund € 2,3 Mio.
- Bund (79 %), am Inn und am Ziller zu 100%
- Land Tirol (21,1 %)
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